Die Entwicklung des FC Spiez

In Thun gespielt 

Mit der Person von Fritz Stalder hatte der taufrische Verein den richtigen Mann ins Präsidentenamt gewählt. Mit grossem Eifer durchforschte er die Gemeinde nach einem passendem Spielfeld. Lauter Absagen bewogen ihn schlussendlich, bei der Eidgenössischen Liegenschaftsverwaltung in Thun vorzusprechen. Diese stellte dem Verein das Spielfeld Poygon auf der Allmend in Thun zur Ausübung des Fussballspiels zur Verfügung. Es ist verständlich, dass nach dieser guten Nachricht unter den Spiezer Fussballern grosser Jubel herrschte. In der ersten Spielsaison konnten bereits zwei Aktivmannschaften zur Teilnahme an der Meisterschaft der 4. Liga angemeldet werden, wobei sich die erste Mannschaft bereits zu einer ernstzunehmenden Equipe für die Gegner entwickelte. 

Der FC Spiez "kehrte heim" 

Glücklicherwiese stellte die Gemeinde dem aufstrebenden Verein später die ihr gehörende Aumatte zur Verfügung, welche in aufwendiger Fronarbeit zu einem recht guten Spielfeld hergerichtet wurde. Endlich hatten die Spiezer Fussballer das Gefühl zu Hause zu sein, und schon bald wurde der FC Spiez dank eifrigem Training und stets guter Kameradschaft zu einem gefürchteten Gegner in der 4. Liag. Doch auch die Aumatte sollte für den FC nur ein Provisorium dastellen. 

Schliesslich gelang es dem rührigen Präsidenten, den Schweizerischen Landesverband für Leibesübungen (SSL) für den Kauf des heutigen Sportplatzes Moosmatte, welcher vor wenigen Jahren vom FC Spiez erstanden wurde, zu interessieren. Den Notstand der Spiezer erkennend, kaufte der SSL das Gelände und stellte es dem Fussballclub zur Verfügung. Die Einweihung der Moosmatte durfte im Herbst 1953 gefeiert werden. Schon nach wenigen Jahren musste jedoch festgestellt werden, dass dieser Sportplatz der grossen Belastung, bedingt durch stets wachsende Anzahl Mannschaften, nicht gewachsen war. 

Im Jahr 1977 wurde von der Gemeinde Spiez die Schulanlage Räumli eröffnet. Mit dieser Eröffnung ging für die Verantwortlichen des FC Spiez der langersehnte Wunsch nach einem zweiten Spielfeld in Erfüllung. Nur zwei Jahre später durfte der FC auch die vom Bund erstellten Sportanlagen des AC-Zentrums benutzen. Seit dem zusätzlichen Bau der AC-Mehrzweckhalle im Jahr 1995 profitiert der Fussballclub Spiez nun von einer optimalen Infrastruktur. 

"Vornehme" Besucher 

Schon früh knüpften die Mitglieder des Fussballclubs Spiez Kontakte mit Mannschaften aus dem Ausland. Zu mehreren Teams, welche hauptsächlich aus Deutschland ins Berner Oberland anreisten, bestehen noch heute freundschaftliche Beziehungen. Diese werden mit gelegentlichen Besuchen und Freundschaftsspielen erhalten und gepflegt. Neben internationalen Profimannschaften wie Benfica Lissabon, Bangu Rio de Janeiro, AS Rom oder der Nationalmannschaft Argentiniens, haben sich auch immer wieder Schweizer Teams in Spiez auf höhere Aufgaben vorbereitet, was für den Tourismus stets eine willkommene und kostenlose Werbung darstellt.

In dieser Kategorie der "vornehmen" Besucher gehörte sicherlich auch die Kurzvisite des FA Iran. Die Iraner weilten im Sinne der Vorbereitung zur Fussballweltmeisterschaften 2006 in Deutschland hier in Spiez im altehrwürdigen Hotel Belvédère, wo anno 1954 auch die deutsche Fussballmannschaft wohnte und mit dem guten Geist von Bern sogar Weltmeister wurden.

Das Testspiel der Spiezer gegen den FA Iran endete nach einer hervorragenden ersten Halbzeit (1:0) mit einer respektablen 5:0- Niederlage. Über 1500 Zuschauer frönten diesem Spektakel und sorgten für einen neuen Stadionrekord auf dem AC-Zentrum. Nur einige Wochen später logierte der BSC Young Boys im Oberland und forderte die Spiezer in einem Trainingsspiel. Dass, der 2. Ligist nicht ur eine Statisten-Rolle in dieser Partie übernahm, konstatierte auch YB-Trainer Gernot Rohr. Zur Halbzeit lautete das Verdikt 2:1 für den Axpo Super League Club und hätte Fatlind Isufi beim Stande von 1:1 eine sogenannte 100%ige versenkt, wäre die Überraschung (Halbzeitführung) perfekt gewesen. Im zweiten Spielabschnitt zollte der Unterklassige dem hohen Tempo Tribut und verlor am Schluss noch mit 7:1.

Der FC Spiez hystorisch

Es sollte nicht die letzte Partie gegen die Berner Young Boys sein. Dass es beim nächsten Aufeinandertreffen im September 2010 zum Cup-Knaller auf dem ABC-Zentrum kommen würde, war für den FC Spiez ein Traum! Spiez im Ausnahmezustand oder Lehrstunde für den FC Spiez titelte die BZ das Spiel der Spiele in der 62-jährigen FCS-Historie! 3650 Zuschauer verfolgten das Cup-Spektakel, das die Spiezer gegen den übermächtigen BSC Young Boys mit 0:7 verlor. Dennoch war es ein echtes Volksfest und Cup-Party, die in Spiez so schnell keiner vergessen wird.....

Spiez, im Januar 2011